Hinweise zur aktualisierten Ausgabe GLOBALG.A.P. Version 5.0-2

Von GLOBALG.A.P. wurde eine aktualisierte Fassung des GLOBALG.A.P. Standards Version 5.0-2 herausgegeben. Diese ist ab 01.07.2016 gültig.

Aktuell ist die deutsche Übersetzung noch nicht verfügbar. Sobald sie veröffentlicht wurde, kann sie auf der Homepage von GLOBALG.A.P. eingesehen und heruntergeladen werden (http://www.globalgap.org/de/documents): Wählen Sie „Integrated Farm Assurance (IFA) V5“, „FruitandVegetables“ und „German“.

Folgende Änderungen sind erfolgt:

 1.    Pflanzenschutz (CB 7.2)

CB 7.2.1 Werden die Pflanzenschutzmittel von sachkundigen Personen ausgewählt?

NEU: Handelt es sich bei der technisch verantwortlichen Person, die die PSM auswählt, um einen benannten Mitarbeiter, muss dieser seine Erfahrung durch Fachkenntnisse ergänzen. Bisher galt dies nur für den Erzeuger selbst.

 2.    Anwendung organischer Düngemittel tierischen Ursprungs (FV 4.2)

FV 4.2.1: Ergibt sich aus dem Zeitraum zwischen Ausbringung von organischen Düngemitteln und der Ernte des Produktes keine Gefährdung für die Lebensmittelsicherheit?
NEU: Regelung für Baumkulturen:
Wird unbehandelter tierischer Wirtschaftsdünger verwendet, muss er in den Boden ausgebracht werden:

- bei Baumkulturen: vor dem Knospenaufbruch oder in Ausnahmefällen kann er innerhalb eines kürzeren Intervalls ausgebracht/eingearbeitet werden basierend auf einer Risikoanalyse (CB4.4.2), aber nie weniger als 60 Tage vor der Ernte
- für alle anderen Kulturen: mindestens 60 Tage vor der Ernte bei allen anderen Kulturen. Bei Blattgemüse darf unbehandelter Wirtschaftsdünger ab der Pflanzung nicht mehr ausgebracht werden, selbst wenn die Wachstumsperiode länger als 60 Tage ist. Siehe auch FV Anhang 1

 3.    Qualität des Wassers für Vorernteaktivitäten (FV 4.1):

Allgemeiner Hinweis: Unter den Begriff „Vorernteaktivitäten“ fällt jegliche Nutzung von Wasser für die zu zertifizierende Kultur vor der Ernte, d.h. Frostschutzberegnung, Beregnung, Fertigation (Be­wässerungsdüngung), Ausbringung von PSM

Änderung der Einstufung zum 01.07.2016:

FV. 4.1.2 Wird Wasser, welches für Vorernteaktivitäten verwendet wird, im Rahmen der Gefahren­beurteilung (FV 4.1.1) und gemäß der in dieser Beurteilung festgelegten Häufigkeit, aber mindestens so oft, wie in Anlage FV 1 angegeben, analysiert?

Einstufung als Kritisches Musskriterium für Blattgemüse – Gemüse, bei dem die Blätter für den menschlichen Verzehr gedacht sind - , z.B. Küchenkräuter, Salate, Kohl, Kräuter, Sellerie, Spinat, Endivien, Kresse, etc.

Einstufung als Nichtkritisches Musskriterium bleibt für alle anderen Kulturen, z.B. Kartoffeln, Karotten, Zwiebeln, Tomaten, Gurken, Zucchini, Spargel, etc.

Betriebe, die Kulturen aus beiden Kategorien anbauen gilt:

-   Verwendung derselben Wasserquelle: Einstufung als Kritisches Musskriterium
-   Verwendung von unterschiedlichen Wasserquellen: der Prüfpunkt wird doppelt gezählt, einmal als Kritisches Musskriterium für Blattgemüse und einmal als Nichtkritisches Musskriterium für die anderen Kulturen

Erinnerung: Bitte beachten Sie auch den verpflichtenden Anhang FV 1 der Kontrollpunkte und Erfüllungskriterien für die Bestimmung der erforderlichen Anzahl an Wasseranalysen. Ein Auszug liegt bei.

Handelt es sich bei dem verwendeten Wasser um Wasser aus der öffentlichen Trinkwasser­ver­sorgung, sind keine weiteren Laboranalysen erforderlich, da die zuständige Behörde die Qualität überwacht.

Stammt das Wasser aus anderen Quellen, z.B. aus Brunnen, ist ein Analysenplan des Betriebs erforderlich. Untersuchungsergebnisse von Behörden können nur unter folgenden Bedingungen herangezogen werden:

-   Das Wasser stammt aus derselben Quelle bzw. wasserführenden Schicht, und
-   Die Wasserprobe wurde in der Vegetationszeit gezogen, und
-   Das Analysenergebnis beinhaltet chemische, physikalische und mikrobielle Parameter (u.a. E. coli mit < 1000 cfu/100ml)