Spitzenausgleich nach SpaEfV

Nachweisführung für Einführung und Betrieb von Energie- und Umweltmanagementsystemen in den Jahren 2013 bis 2015

Am 10. Juni 2013 veröffentlichte das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie den lange erwarteten Verordnungsentwurf zur Regelung der Nachweisführung für die Einführung und den Betrieb von Energie- und Umweltmanagementsystemen. Die Verordnung über „Systeme zur Verbesserung der Energieeffizienz im Zusammenhang mit der Entlastung von der Energie- und der Stromsteuer in Sonderfällen“ – ist auch bekannt als Spitzenausgleich-Effizienzsystemverordnung (SpaEfV). Am 05.08.2013 wurde die SpaEfV im Bundesgesetzblatt veröffentlicht, nachdem das Bundeskabinett den Entwurf am 31.07.2013 verabschiedet hatte. Somit traten die Anforderungen am 06.08.2013 in Kraft. Im Folgenden finden Sie eine Übersicht über alle Nachweise, die Unternehmen von 2013 bis 2015 erbringen müssen.

Spitzenausgleich-Effizienzsystemverordnung (SpaEfV) »

Aktuell: Hinweise zur Anwendung der Spitzenausgleich-Effizienzsystemverordnung

Am 31. März 2014 veröffentlichte das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) den neuen Erlass über das gemeinsame Verständnis zur Anwendung der Spitzenausgleich-Effizienzsystemverordnung (SpaEfV). In seinem Schreiben an die Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS) vom präzisiert das BMWi die im August 2013 veröffentlichte SpaEfV erneut. Nachfolgend fassen wir die wesentlichen Hinweise für Sie zusammen:

Gesamtenergieverbrauch und Energieträger

Der Gesamtenergieverbrauch ist die Menge der eingesetzten Energie in dem maßgeblichen Zeitraum im gesamten Unternehmen (kleinste rechtlich selbstständige Einheit - gemäß § 2 Nr. 4 Stromsteuergesetz), auf das sich die Nachweisführung bezieht. Es müssen alle Unternehmensteile, Anlagen, Standorte, Prozesse und/oder Einrichtungen des antragstellenden Unternehmens erfasst werden. Folglich sind bei der Ermittlung des Gesamtenergieverbrauchs auch Verkaufsräume, Verwaltungsräume, Lagerräume oder vergleichbare Räumlichkeiten zu berücksichtigen, sofern hier Energieträger eingesetzt bzw. verbraucht werden.

Unter den Begriff „Energieträger“ fallen nicht nur Strom und Gas. Laut Erlass des BMWi wird unter Energieträger „Elektrizität, Brennstoffe, Dampf, Wärme, Druckluft oder vergleichbare Medien“ verstanden. Dies gilt unabhängig davon, ob für die Energieträger ein Antrag auf Entlastung von der Strom- oder Energiesteuer gestellt wird.

Vor-Ort-Audit und Frist

Im Antragsjahr 2013 konnten die Zertifizierstellen im Rahmen einer Verfahrensvereinfachung in bestimmten Fällen auf eine Vor-Ort-Begutachtung verzichten und stattdessen eine reine Dokumentenprüfung durchführen. Für das Antragsjahr 2014 ist die Verfahrensvereinfachung nicht mehr möglich und ein Vor-Ort-Audit damit Pflicht.

Bei der Dokumentenprüfung im Antragsjahr 2013 war es ausreichend, die notwendigen Dokumente bis zum 31.12.2013 vollständig bei der Zertifizierstelle eingereicht zu haben. Die Prüfung der Dokumente konnte 2014 erfolgen. Im Gegensatz dazu muss das Vor-Ort-Audit im Antragsjahr 2014 bis zum 31.12.2014 vollständig abgeschlossen sein.

Nachweisführung in Abhängigkeit von der Energierelevanz (Wesentlichkeitsprinzip)

Die Nachweisführung gemäß SpaEfV soll für Unternehmensteile bzw. Standorte erfolgen, die für den Gesamtenergieverbrauch des Unternehmens energierelevant sind. Unternehmensteile bzw. Standorte, die weniger oder genau 5% des Gesamtenergieverbrauchs ausmachen, müssen in 2014 bei der Einführung der Energieeffizienzsysteme nicht berücksichtigt werden. Im Regelverfahren (ab 2015) gilt die 5 % - Regelung analog der Einführungsphase 2014 - jedoch muss gleichzeitig sichergestellt sein, dass 95% des gesamten Energieverbrauchs durch das Energieeffizienzsystem erfasst werden.

Zur Bestimmung der Energierelevanz im Rahmen des Nachweisverfahrens sind die Anforderungen der ISO 50001 und der darin enthaltenen Wesentlichkeitskriterien (Kapitel 4.4.3 b) heranzuziehen.

Mischsysteme und Systemwechsel

Die Nutzung von sog. Mischsystemen ist auch im Regelverfahren zugelassen. Ein Unternehmen erfüllt die Anforderungen an die Nachweisführung nach SpaEfV auch dann, wenn es für verschiedene Anlagen und/oder Standorte über unterschiedliche Testate verfügt (d. h. mehrere Testate nach ISO 50001, EMAS oder Testate sowohl nach ISO 50001 als auch nach EMAS), sofern die vorliegenden Testate insgesamt das Unternehmen vollständig abdecken.

Unternehmen können für jedes Antragsjahr neu entscheiden, welches System sie für die Nachweiserbringung führen. Entscheidend ist, dass die tatsächlichen Anforderungen für die Ausstellung eines Nachweises über die Einführung bzw. Betrieb eines Systems (EMS, UMS oder alternatives System) vollständig für das betreffende Antragsjahr erfüllt und der Zertifizierstelle nachgewiesen sind.

Wenn Sie Fragen zu diesem Thema haben oder eine Auditierung anstreben, können Sie sich gerne direkt an unsere Tochtergesellschaft die QAL Umweltgutachter GmbH wenden.
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